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Wenn Kinder häusliche Gewalt erleben

Wenn Kinder häusliche Gewalt erleben

Sie sind die Schwächsten der Gesellschaft - und dennoch: Für viele Kinder gehört Gewalt ihrer Eltern zum Alltag. Die Folgen für die Kinder sind individuell: Ihr Verhalten reicht vom sozialen Rückzug bis zur gelebten Aggressivität.

Schutzgruppen wie die Caritas helfen diesen Kindern. Unterstützung erfuhren die Kinder nun auch durch den Osterlauf.

Die Eltern waren wohl betrunken, als der Vater zuschlug. Er wollte seine Frau treffen, die mit dem gemeinsamen Kind in der Küche stand. Der 10-jährige Sohn versucht, sich schützend vor die Mutter zu stellen. Nicht zum ersten Mal. Doch nach diesem Vorfall zieht die Mutter mit ihm aus der gemeinsamen Wohnung aus. Und sie sucht Hilfe für ihr Kind. Diese findet sie bei der Paderborner Caritas und dem Projekt „Mittendrin“.

Dr. Eva Brockmann, Leiterin der Beratungsstelle des Caritasverband Paderborn e.V., weiß, dass solche Vorfälle in Familien aller Milieus vorkommen: in der Stadt und auf dem Land, bei Gutverdienenden und bei Familien mit geringerem Einkommen. Sie erlebt mit ihren Mitarbeiterinnen häufig, wie Gewalt für Kinder zum Alltag dazugehört. "Der tut sich ständig weh", "sie ist halt schusselig" oder "keine Ahnung, wie das passiert ist" sind oft die Ausreden und fadenscheinigen Erklärungen von Eltern für die eigenen Verletzungen, aber auch die Erklärungen, die die Kinder für die Verletzungen ihrer Eltern abgeben.

Seit 2016 leitet Eva Brockmann die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Paderborn, Schloß Neuhaus und Büren. Wenn sie und ihr Team zu Rate gezogen werden, ist bereits viel im Leben der 9- bis 12-jährigen passiert. „Bevor wir mit den Kindern in der Gruppe arbeiten können, sind viele Einzeltermine notwendig“, erzählt sie. Grundlegende Voraussetzung zu Beginn der Teilnahme ist, dass Eltern wie Kinder verstehen, dass sie keine Geheimniswahrer sind. „Wenn das Kind dem getrennt lebenden Elternteil oder in der Schule erzählen möchte, dass es Probleme in der Familie gibt, dann muss das für alle Beteiligten in Ordnung sein“, macht Eva Brockmann deutlich. Zudem ist es für die Expertin wichtig, dass man vorsichtig vorgeht und die Eltern nicht in eine Ecke drängt.

Doch bis die Kinder von sich aus über ihre Erlebnisse sprechen und Bewältigungsstrategien entwickeln, vergeht oft viel Zeit. Aus diesem Grund ist die Gruppe „Mittendrin“ fortlaufend angelegt. Sie trifft sich einmal pro Woche und besteht aktuell aus 4 Kindern, so dass noch zwei freie Plätze vorhanden sind. Die betroffenen Elternteile kommen mit ihren Kindern direkt in die Beratungsstelle. Alternativ erfolgt der Kontakt über Frauenhäuser oder über kooperierende Partner wie Jugendämter und weitere soziale Beratungsstellen. Finanziert wird das Caritas Projekt „Mittendrin“ von der Stadt Paderborn. Doch für spezielle Wünsche der Kinder sind Spendengelder notwendig. „Ob außergewöhnliche Materialien, therapeutisches Reiten oder einen Tag auf einem erlebnispädagogischen Bauernhof – für diese Aktionen sind Sponsoren gefragt“, weiß auch Rosi Aschenbrenner. Deshalb hat sie im Rahmen des Paderborner Osterlaufs eine Spendenaktion gestartet. Neben der direkten Akquise von Spendengeldern ist es ihr gelungen, zwei bekannte Athleten zur Unterstützung zu motivieren. „Elmar Sprink und Achim Achilles haben sich ebenfalls mit ihren Aktionen in Paderborn in den Dienst der guten Sache gestellt. Deshalb freue ich mich über die Spendensumme von 2.200 Euro, die wir nun dem Caritas-Projekt „Mittendrin“ zur Verfügung stellen können“, so Aschenbrenner.

Auch für Mathias Vetter, Vereinsmanager des SC Grün-Weiß und Veranstalter des Osterlaufs, ist es wichtig, dass der älteste Straßenlauf Deutschlands auch regional Verantwortung übernimmt. Fragt man Dr. Eva Brockmann nach ihren erfolgreichen Fällen, winkt sie ab. Was sei Erfolg? Manchmal reiche es, wenn Elternteile mit ihrem Kind den Weg in ihre Einrichtung finden, denn dann haben sie erkannt, dass dieses Hilfe braucht. Oder wenn die Kinder in der Gruppe spüren, dass sie sich auf sie und ihre Kolleginnen verlassen können. Oder auch, dass die Schule die Rückmeldung gibt, das Verhalten des Kindes hat sich verbessert. Ob das Erfolg sei? Ja, denn das Ziel ist: eine gewaltfreie Kindheit für alle Kinder.

Bild: 2.200 Euro spendet der Paderborner Osterlauf dem Caritas Projekt „Mittendrin“. Welche pädagogischen Erlebnisaktionen damit umgesetzt werden, darüber dürfen auch die Kinder mitentscheiden, wie v.l. Mathias Vetter, Vereinsmanager SC Grün-Weiß Paderborn, Rosi Aschenbrenner, Paderborner Osterlauf und Dr. Eva Brockmann, Leiterin der Caritasberatungsstelle, mitteilen.

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